Erstflug

Nachdem Lucias erster Flug für 6:15 Uhr angesetzt war – und das Boarding damit zu einer Zeit stattfinden sollte, zu der sich selbst die meisten Beufspendler noch im kuscheligen Bett befinden – wähnten wir uns auf der sicheren Seite wenn wir 4:30 Uhr am Flughafen sind.


Soweit hat das das ja auch prima geklappt: Um 3 Uhr aufstehen, das Taxi kam pünktlich eine Stunde später und hat uns auch termingerecht am Stuttgarter Flughafen abgesetzt (Fahrpreis 75 Euro). Doch dann kam die böse Überaschung – am Terminal 3 herrschte ein größeres Gedränge als an einem Sommersamstag auf der Stuttgarter Königsstraße!

20170619mic001_origDie Warteschlangen vor dem TUI und Condor Check-In liefen einmal durch die komplette Halle und wieder zurück. Später haben wir erfahren, dass alleine nach Mallorca drei Maschinen im Abstand von wenigen Minuten abflogen. Trotzdem ging es hier noch relativ schnell vorwärts und nach 30 Minuten hatten wir unser Gepäck aufgegeben – …na ja fast: der Kinderwagen gilt als Sperrgepäck und muss Separet abgegeben werden. Leider schienen an diesem Morgen sämtliche Fluggäste mit Kinderwagen zu reisen und so durften wir uns gleich in die nächste Schlange stellen – nicht ganz so lang wie ie die Erste, dafür war der Sperrgrpäck-Schalter aber auch nur mit einem einzigen älteren Herrn besetzt der in aller Ruhe einen Kinderwagen nach dem anderen annahm. So hatte unser Boarding (05:30 Uhr) schon begonnen als wir endlich den Kinderwagen los hatten und uns trennte immer noch die Sicherheitskontrolle von unserem Flug in den Urlaub…

Das warten hier war nervenzehrend, zumal die Security-Dame am Beginn des Bandes  und ein Reisender kurz vor uns offensichtlich gefallen aneinander fanden und die Sortierung der Gepäckstücke ob des begonnen Gedankenaustauschs soweit wie möglich in die Länge gedehnt wurde. Bei und ging dieser Prozess dann relativ schnell, doch am Ende musste die Babynahrung natürlich Glas für Glas untersucht werden – und als die Trinkflasche an die Reihe kam meinte der Sicherheitsmann plötzlich, „oh hier könnte ich noch einen anderen Test machen“ und verschwand mit der Flasche für 5 Minuten hinter einer Türe. Als wir dann endlich unsere ganzen Sachen wieder zusammegesammelt hatten und los konnten, wurfen wir auch schon ausgerufen: „Mr. and Mrs. Patschull, please proceed to gate 407 immediately“. Natürlich lag Ausgang 407 ganz am Ende und so nahmen wie unsere Meise unter den Arm und sausten wie die blöden durch die Abfertigungshalle. 10 Minuten vor dem Start waren wir dann (fast) als letzte im Flieger und alle ziemlich platt.

20170619yan001_origAlle? Fast alle! Lucia ist dann im Flieger erst richtig aufgewacht und wäre am liebsten über die Sitze gekrabbelt um ihre Mitreisenden kennen zu lernen. Vor allem ein Junge auf der anderen Gangseite wurde lautstark begrüßt, was bei diesem aber (war auch deutlich älter) auf keine Resonanz stieß. Die Glatze des Vordermanns war such sehr verlockend und so mussten wir unter lautststarkem Protest unserer Tochter ummer neue Kletterversuche unterbinden was den eigentlich kurzen Flug von 1:40h doch etwas anstrengend gestaltete. Irgendwann war Lucia dann zwar müde gespielt und schlief – trotzdem reift die Erkenntnis, dass Flugreisen evtl. nicht ganz das richtige für ein Kleinkind sind das sich sehr gerne bewegt und alle erforscht. Auf einem Sitzplatz – nein noch schlimmer, auf Papas Schoß – festgenagelt zu sein bringt sie zum Wahnsinn.