Santorin – Imerovigli

Da wir um spätestens 7:15 Uhr an der Fähre nach Santorini sein sollten, hat unser Wecker zu einer eigentlich nicht urlaubstauglichen Zeit – um 5:30 Uhr – geklingelt. Der Nachtportier unseres Hotels erwartete, uns dafür schon mit Kaffee und Sandwiches die Natascha – die Hotel-Managerin bzw. offensichtlich das Mädchen für alles – für uns vorbereitet hatte. So gestärkt waren wir dann nach ca. 15 Minuten Fußmarsch pünktlich an der Seajet Anlegestelle. Die Fahrt war ruhig, das Schiff bequem und sauber und alles rech gut und freundlich organisiert. Lediglich die Fahrzeit war zumindest an diesem morgen 5o Minuten länger als angegeben und wir sind erst um 10 Uhr in Athinios Port gelandet.

In Athinios Port herrschte ein sehr lebhaftes Treiben da hier offensichtlich neben den Fähren auch die Landgänge der vor der Küste Santorins liegenden Kreuzfahrtschiffe und diverse Ausflugsbootfahrten abgehandelt werden. Auf dem kleinen, vor die Steilküste gepressten Hafengelände, drängten sich Reisebusse, Restaurants, Autovermietungen, Anbietet von Bootstouren usw. So waren wir dann froh. als wir den offiziellen Linienbus nach Fira entdeckt hatten.

Das Bussystem auf Santorin ist Sternförmig organisiert, d.h. alle Buslinien starten in Fira und kehren auch wieder dorthin zurück. Manche Linien haben Nummer, die wiederum ab und zu auf den Bussen stehen – allerdings selten. Dadfür gibt es auch Busse mit einem Schild hinter der Windschutzscheibe auf dem das Ziel in griechischer Schrift steht. Neben dem Fahrer fährt in jedem Bus ein Kontrolleur mit der auch die Fahrkarten verkauft. Meist erst während der Fahrt, manche aber auch beim einsteigen. Letzteres geschieht je nach Geschmack der Busbesatzung vorne, hinten oder an beiden Türen, aber in der Regel immer so, dass man eine größtmögliche Zahl von Touristen maßregeln kann.

Die Fahrt mit dem Buss die Passtrasse von Athinios Port nach oben ist ein Erlebnis für sich, das nur noch vom herunterfahren übertroffen wird 🙂 Das Rechtsfahrgebot wird z.T. einfach ignoriert, was aber in diesem Fall durchaus dazu führt, dass zwei entgegen kommende Busse besser durch die, 180 Grad Kehren kommen. Muss man gesehen haben! In Fira hatten wir dann das Glück, dass offensichtlich auch gerade die Schule aus war, so war der Bus Richtung Oia entsprechen voll und wir konnten bewundern wie sich der Kontrolleur durch den dicht gedrängt voll stehenden Gang zwàngte um seine Tickets zu verkaufen.

20150915mp103_144020150915mp108_1440Unser Hotel Azul in Imerovigli, liegt versteckt in einer der schmalen Gassen die an der Steilküste entlang führen. Es ist sehr verwinkelt mit vielen Treppen und im Stil der Insel ganz in weis gehalten. Das zimmer war sehr klein, das Bad noch kleiner, doch abgesehen von letzterem war alles sehr schick gemacht. Das Beste war jedoch die Aussicht von dem kleinen Sitzplatz direkt vor unserer Tür aus: direkt über das Meer und die Caldera. Schade war nur, dass es eben mehrer Zimmer in einer Reihe waren, die sich diesen Platz teilten und nich ein eigener, etwas abgeschotteter Balkon – so ging ein Stück der romantik wieder verloren.

Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten. haben wir im Café an der Hauptstrasse einen leckeren Vorspeisenteller für zwei Personen gegessen und sind dann los gezogen die Steilküste zu erkunden. Von unserem Hotel aus geht es über kleine, teilweise labyrinthische Wege hinab in Richtung eines im Meer gelegenen Felsenturms. Auf dem Weg sind wir an einigen Hotels vorbeigekommen die traumhaft direkt an der Steilküste gelegen sind, manche sogar mit Swimming-Pool direkt an der Felskante – allerdings auch zu entsprechenden Preisen wie ein Blick in booking,com dann verriet 🙂

20150915mp122_144020150915mp128_1440Der Weg zurück von dem angesprochenen Felsenturm im Meer bis zum Hotel hinauf durch die Mittagshitze war dann ziemlich Schweisstreibend, weshalb wir dann kurzerhand in einem schicken Restaurant mit Blick aufs Merr etwas trinken wollten. Unsere Bestellung, zwei Radler (auf Kreta gibt’s das an jeder Ecke) hat die Bedienung allerdings ziemlich ins schleudern gebracht: nachdem wir ihr erklàrt hatten was das ist und eben bei der Hitze sehr bekömlich weil wenig Alkohol, brachte sie ein volles Bierglas, eine Limoflasche und zwei leere Gläser damit wir selber mischen könnten – und eine kleine Karaffe voll mit Ouzo als Aufmerksamkeit des Hauses!

IMG_0462Nachdem wir auf dem Weg vom Hafen sehr viele Pärchen auf Quads gesehen hatten und in unserem Hotel die Preise eines Verleihs auslagen, haben wir uns dann kurzentschlossen auch eines gemietet um damit Abends zum Sonnenuntergang nach Oia zu fahren. Wenn man nie Motorrad gefahren ist, ist das anfangs ziemlich spannend – vor allem die Kurven auf der Küstenstrasse! Ähnlich wie beim Motorrad ist es auf diesen simplen Gefährten mit Starrachse und ohne Differenzial existentiell, dass sich Fahrer und Sozia ordentlich in die Kurve legen, sonst schafft man den Kurvenradius nicht und landet auf der Gegenspur. Dazu kommt, dass das Lenken mit dem Motorradlenker sehr gewöhnungsbedürftig ist und man aufgrund der niedrigen Kurvengeschwindigkeit ein Verkehrshindernis mit Schlangenbildung darstellt. Wir haben die ca. 9 km hin und zurück letztlich aber gut geschafft, wobei wir trotz einsetzender Dunkelheit auch immer sicherer wurden.

20150915mp142_1440Der Sonnenuntergang in Oia schliesslich war schon irgendwie besonders – für diejenigen die es geschafft hatten einen einigermaßen freien Blick zu haben sicherlich auch wegen des Bildes, ansonsten aber beim Anblick der Menschenmengen an jedem noch so kleinen Platz mit Blick auf die Sonne in der mit allem was irgendwie Bilder machen kann versucht wurde ein Foto zu machen.