Myli-Schlucht und Agia Irini Monastery

Heute war das Wetter für kretische Verhältnisse eher schlecht: der Himmel stark bewölkt und mit einzelnen Regenwolken bestückt die sich mit sonnigen Abschnitten abwechselten, das Meer unruhig mit ca. einem Meter hohen Wellen. Für uns ungewohnt war, dass die Wolken kaum Einfluss auf die Temperatur hatten – im Gegenteil, durch die hohe Luftfeuchtigkeit kam es einem fast noch wärmer vor!

20150914mp009_1440Trotzdem war es einfach kein richtiges Strandwetter, in Laufweite hatten wir schon alles gesehen (außer der kleinen Altstadt und der Fortezza ist Rethymno eher wenig ansehnlich) und das Mietauto sollte es erst am kommenden Freitag geben. So haben wir uns dann kurzerhand entschieden eine richtige Touristen-Tour zu machen: mit einem knallroten, oben offenen Doppeldecker Bus frei nach Londoner Art ging es durch die Gassen der Altstadt (der Busfahrer muss sehr gute Nerven haben) und dann als 90 minütiger Rundtrip zu mehreren Zielen in der Umgebung. An jedem Ziel konnte man aus- oder einsteigen und die Busse fuhren im Stundentakt.

20150914mp064_1440Nach abenteuerlicher Fahrt über eine schmale Bergstrasse sind wir sind dann mit einigen wenigen anderen trotz einsetzendem Regens an einem Zugang zur Myli-Schlucht ausgestiegen. Die ca. 4 km lange Schlucht war in der Zeit der venezianischen Herrschaft Sitz von etlichen Getreidemühlen, die das Wasser eines Baches nutzten der am Nordhang des 811 Meter hohen Berges Angali entspringt. Die meisten Mitreisenden hielten das Restaurant am Ende des Abstiegs von der Strasse offensichtlich schon für den Höhe- und Endpunkt der Tour, so dass wir den danach folgenden, wildromantischen Weg an einem kleinen Fluss entlang, vorbei an Ruinen ehemaliger Wassermühlen, Kirchlein und Wohngebäuden fast für uns alleine hatten. Lediglich ein Hamburger-Pärchen hatte noch mehr Wander-Enthusiasmus und wollte den ganzen Weg bis zurück nach Rethymno laufen. Allerdings waren wir schon gut eine Stunden unterwegs bevor wir Richtung Bushaltestelle umgekehrt sind und laut Navi war es bis Rethymno noch einmal fünf bis sechs Mal soweit… – vielleicht treffen wir die Beiden ja noch mal am Strand. dann können wir fragen wie es war 🙂

20150914mp073_1440Zurück auf der Pass-Strasse haben wir Dank perfektem Timing gleich wieder einen Bus erwischt und uns als nächstes Ziel für die Agia Irini Monastery entschieden. Das Kloster, das der heiligen Irene gewidmet ist, wurde in der Zeit der osmanischen Herrschaft 1866 zerstört und 1989 wieder aufgebaut. Die Anlage ist zwar sehr hübsch, wirklich viel zu sehen gab es indes aber nicht. So saßen wir nach einem kurzen Abstecher in die Klosterkirche, in der eine Nonne über das Leben der heiligen Irene (mit Schwerpunkt auf die für ihr Martyrium verwendeten Foltermethoden) berichtete, dann etwas verloren auf dem Klosterhof herum und haben auf den Bus zurück nach Rethymno gewartet.

Dort angekommen sind wir dann noch kurz in die Wellen gehüpft – ein Hotel direkt gegenüber des Strands hat schon auch seine Vorteile! Am Abend sind wir noch schnell unsere Fährtickets nach Santorin holen gegangen und dann zum Abendessen doch in eines der Touristen-Lokale an der Strandstrasse da wir noch packen mussten und daher nicht lange suchen wollten. Das Essen war allerdings dementsprechen durchwachsen: das Lamm hervorragend, die Vorspeise durchwachsen und der Meeresfrüchtesalat besch…eiden.